Blutzuckerwerte (mit Tabelle)
Der Blutzuckerwert zeigt die Konzentration von Glukose im Blut und ist ein entscheidender Indikator für den Stoffwechsel. Ein stabiler Blutzucker sorgt für eine kontinuierliche Energieversorgung der Zellen. Morgens ist der Wert am niedrigsten, steigt nach dem Essen und sollte sich innerhalb eines normalen Bereichs bewegen. Ist der Blutzucker zu hoch oder zu niedrig, kann dies auf gesundheitliche Probleme wie Diabetes hinweisen. Die Messung erfolgt meist über einen Stich in den Finger, während im Labor genauere Methoden existieren. Eine regelmäßige Kontrolle ist besonders für Diabetiker und Schwangere wichtig.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Blutzucker-Funktion: Versorgt die Körperzellenmit Energie, reguliert durch Insulin.
- Normwerte: Nüchtern zwischen 70–120 mg/dl, nach Mahlzeiten höher.
- Messmethoden: Blutzuckerteststreifen für den Heimgebrauch, Labormessungen für präzisere Werte.
- Risikofaktoren: Diabetes, Hormonstörungen, Ernährung und Medikamentennebenwirkungen beeinflussen den Blutzucker.
- Blutzucker-Umrechnung: mg/dl x 0,056 = mmol/l, mmol/l x 18,02 = mg/dl.
Wozu ist der Blutzucker da?
Der Blutzucker stellt die Versorgung der Zellen mit Energie sicher. Der Blutzucker gelangt mit Einwirkung des Insulins von der Blutbahn in die Zellen. Mittels einer Kette chemischen Reaktionen sind die Zellen in der Lage, daraus Energie zu gewinnen.
Fehlt Insulin oder ist es nur mangelhaft vorhanden, kann der Blutzucker nicht in die Zellen gelangen und bleibt in der Blutbahn. Ist Insulin in zu hoher Menge vorhanden, kann es zu Über- oder Unterzucker kommen.
Wie und warum wird der Blutzuckerwert gemessen?
Wenn Verdacht auf Unter- oder Überzucker besteht, wird der Blutzuckerwert ermittelt. Ebenso wird bei Diabetes regelmäßig der Blutzuckerspiegel kontrolliert. Bei Neugeborenen wird ebenfalls der Blutzuckerwert gemessen. Außerdem wird der Blutzuckerspiegel bei Mangel- oder Fehlernährung ermittelt.
Dabei wird der Blutzucker bis zu sechs Mal pro Tag bestimmt. Dadurch kann erkannt werden, wie der Blutzuckerspiegel auf die Nahrungsaufnahme reagiert.
Üblicherweise wird mit einer Stechhilfe ins Ohrläppchen oder in den Finger gestochen. Das dadurch gewonnene Kapillarblut wird mittels Teststreifen in ein Messgerät geschoben, welches nach rund dreißig Sekunden den Blutzuckerwert anzeigt.
Eine andere und genauere Methode ist die enzymatische Messmethode. Dabei werden im Labor dem Blutserum Enzyme zugefügt. Diese Enzyme setzen Glukose um und bilden neue Substanzen, deren Nachweis durch einen Farbumschlag geschieht.
In der Schwangerschaft wird der Blutzuckerwert mit dem OGTT (oraler Glukose Toleranz Test) gemessen. Dabei wird der Schwangeren eine bestimmte Menge Glukose oral zugeführt.
Ein zu niedriger Blutzuckerwert entsteht durch:
- eine Insulinüberdosierung bei der Diabetes-Behandlung
- Insulinüberproduktion bei Bauchspeicheldrüsenerkrankung
- Störungen im Hormonhaushalt, beispielsweise durch eine Schilddrüsenunterfunktion
- starke körperliche Aktivität, wobei nicht genügend Nahrung zugeführt wurde
- Morbus Addison
- mangelnde Ernährung, beispielsweise nach einer Fastenzeit oder bei Alkoholsucht
- Leberfunktionsstörungen
- Alkoholkonsum auf leerem Magen
Zu hohe Blutzuckerwerte entstehen bei:
- Diabetes Typ 1
- einer Fehlreaktion der Zellen auf das Insulin (Glukose bleibt im Blut)
- Morbus Cushing
- einer Schilddrüsenüberfunktion
- Pankreatitis
- Bauchspeicheldrüsenkrebs
- Nebenwirkungen von Medikamenten
Blutzuckerwerte Tabelle
Es gibt in Deutschland keinen einheitlichen Berechnungswert für den Blutzucker. So wird teilweise mit der Größe mmol/l und teilweise mit der Größe mg/dl berechnet. Anhand einer Blutzuckerwerte Tabelle fällt die Umrechnung dieser beiden Größen einfacher. Ohne Vergleichstabelle müsste man den mg/ dl Wert mit 0,056 multiplizieren um die Größe mmol/l zu ermitteln. Um den mg/ dl Wert zu berechnen, multipliziert man den mmol/l Wert mit 18.02.
Glukose in:
mmol/l |
mg/dl |
mg/dl |
mmol/l
|
2 |
36 |
40 |
2,2 |
3 |
54 |
50 |
2,8 |
4 |
72 |
60 |
3,3 |
5 |
90 |
70 |
3,9 |
6 |
108 |
80 |
4,4 |
7 |
126 |
90 |
5,0 |
8 |
144 |
100 |
5,6 |
9 |
162 |
120 |
6,7 |
10 |
180 |
140 |
7,8 |
11 |
198 |
160 |
8,9 |
12 |
218 |
180 |
10,0 |
13 |
234 |
200 |
11,1 |
14 |
252 |
220 |
12,2 |
15 |
273 |
240 |
13,3 |
16 |
288 |
260 |
14,4 |
17 |
306 |
280 |
15,5 |
18 |
324 |
300 |
16,7 |
19 |
342 |
350 |
19,4 |
20 |
364 |
400 |
22,2 |
25 |
450 |
450 |
25,0 |
Blutzuckerregulation und Bedeutung für den Körper
Der Blutzucker spielt eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel. Die Hauptquelle für Glukose ist die Nahrung, insbesondere Kohlenhydrate, die im Darm zu Zucker abgebaut und ins Blut aufgenommen werden. Das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, steuert die Aufnahme von Glukose in die Zellen. Ohne Insulin bleibt der Zucker im Blut und kann nicht verwertet werden. Das kann bei Diabetes-Typ-1-Patienten problematisch sein, da ihr Körper kein Insulin produziert. Menschen mit Diabetes Typ 2 haben oft eine Insulinresistenz, wodurch der Blutzucker langfristig erhöht bleibt. Hohe Blutzuckerwerte können langfristig Blutgefäße schädigen und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Niedrige Werte hingegen können zu Schwindel, Zittern oder sogar Bewusstlosigkeit führen.
Unterschiedliche Messmethoden des Blutzuckerwertes
Es gibt verschiedene Methoden zur Messung des Blutzuckers. Die häufigste ist die Selbstmessung mit einem Blutzuckermessgerät. Dabei wird mit einer kleinen Lanzette ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe entnommen und auf einen Teststreifen aufgetragen. Das Gerät analysiert die Glukosekonzentration und zeigt den Wert an. Diese Methode ist schnell und einfach, kann jedoch durch äußere Faktoren beeinflusst werden, z. B. feuchte Haut oder verschmutzte Teststreifen.
Im medizinischen Labor werden genauere Verfahren genutzt. Die enzymatische Messmethode basiert auf einer chemischen Reaktion, bei der Enzyme Glukose in messbare Substanzen umwandeln. Ein weiteres Verfahren ist die Bestimmung des HbA1c-Wertes, der den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten 8–12 Wochen widerspiegelt. Diese Methode ist besonders für Diabetes-Diagnosen wichtig, da sie kurzfristige Schwankungen ausblendet und eine langfristige Übersicht bietet.
Für Diabetiker gibt es inzwischen auch kontinuierliche Blutzuckermesssysteme (CGM, Continuous Glucose Monitoring), die mit einem Sensor am Arm oder Bauch den Blutzucker automatisch messen. Diese Methode verhindert häufiges Stechen und ermöglicht eine detailliertere Analyse des Blutzuckerverlaufs.
Blutzucker und Ernährung: Welche Lebensmittel wirken sich aus?
Die Ernährung hat einen direkten Einfluss auf den Blutzucker. Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index (GI) wie Weißbrot, Zucker und Softdrinks lassen den Blutzucker schnell ansteigen. Komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte sorgen für einen langsameren Anstieg und eine stabilere Versorgung. Proteine und Fette haben kaum Einfluss auf den Blutzucker, können aber die Aufnahme von Kohlenhydraten verlangsamen.
Menschen mit Diabetes müssen besonders auf die Menge und Zusammensetzung ihrer Mahlzeiten achten. Ballaststoffreiche Lebensmittel helfen, den Blutzucker zu regulieren. Ebenso sind regelmäßige Mahlzeiten und eine ausgewogene Ernährung wichtig, um starke Schwankungen zu vermeiden. Der Konsum von Alkohol kann ebenfalls problematisch sein, da er in Kombination mit Insulin zu Unterzucker führen kann.
Blutzuckerspitzen und Langzeitfolgen: Warum Kontrolle wichtig ist
Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker kann zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen. Dazu gehören Schäden an den Augen (diabetische Retinopathie), Nerven (Neuropathie), Nieren (Nephropathie) und Blutgefäßen. Besonders gefährlich sind Blutzuckerspitzen, die nach dem Essen auftreten. Ein gut eingestellter Blutzucker ist daher essenziell, um langfristige Schäden zu vermeiden.
Zu niedrige Blutzuckerwerte (Hypoglykämie) sind ebenfalls riskant. Symptome wie Zittern, Schweißausbrüche und Konzentrationsstörungen können auftreten. In schweren Fällen kann es zu Bewusstlosigkeit kommen, weshalb Diabetiker immer Traubenzucker oder eine Notfallration mitführen sollten.
Quellen:
- Deutsche Diabetes-Hilfe: „Blutzucker messen, aber richtig!“ https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/therapie_bei_diabetes/blutzucker_messen
- Deutsches Zentrum für Diabetesforschung: „Diabetes mellitus: Zahlen und Fakten“ https://www.diabinfo.de/zahlen-und-fakten.html
- Berlin Institute of Health in der Charité: „DNA-Analyse verrät Risiko für Insulinresistenz nach Mahlzeit“ https://www.bihealth.org/de/aktuell/dna-analyse-verraet-risiko-fuer-insulinresistenz-nach-mahlzeit
- Universitätsklinikum Tübingen: „Blutzucker-Studie“ https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/blutzucker-studie