Ginseng und Bluthochdruck – So funktioniert die regulierende Wirkung
Ginseng bei Bluthochdruck - Inhaltsstoffe, Wirkungen und Anwendungsgebiete
Ginseng ist eine traditionsreiche Heilpflanze, die seit Jahrhunderten in der asiatischen Medizin gegen verschiedene Beschwerden eingesetzt wird. Doch kann er auch Bluthochdruck senken? Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Wirkstoffe im Ginseng die Gefäßfunktion verbessern, die Blutzirkulation fördern und den Blutdruck regulieren können. Besonders der koreanische Ginseng enthält Ginsenoside, die entweder blutdrucksenkend oder -erhöhend wirken – je nach körpereigenem Bedarf. Doch trotz dieser Vorteile sollte Ginseng nicht als alleinige Therapie bei Hypertonie betrachtet werden. Er kann jedoch eine sinnvolle Ergänzung sein, um den Blutdruck auf natürliche Weise zu stabilisieren. In diesem Beitrag erfährst du, wie genau Ginseng wirkt, welche Inhaltsstoffe entscheidend sind und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse es dazu gibt.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Ginseng kann den Blutdruck senken, indem er die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) fördert und die Gefäße entspannt.
- Die Wirkung hängt von der Art des Ginsengs ab – einige Ginsenoside senken den Blutdruck, andere können ihn erhöhen.
- Studien zeigen positive Effekte, jedoch sind weitere Forschungen erforderlich, um die genaue Wirkung zu bestätigen.
- Ginseng unterstützt auch das Nervensystem, reduziert Stress und trägt zur allgemeinen Herz-Kreislauf-Gesundheit bei.
- Nicht als Ersatz für Medikamente geeignet, sondern als ergänzende natürliche Unterstützung sinnvoll.
Wie wirkt Ginseng?
Der koreanische Ginseng ist eine außergewöhnliche Pflanze, denn gleich in dreifacher Hinsicht wirkt sich diese äußerst positiv auf Erkrankungen aus, die die Gefäße betreffen. Demnach kommt eine Einnahme ebenfalls dem Blutdruck zu Gute, wenn dieser zu hoch ist. So ist Ginseng fähig die innenliegenden Gefäßwände zu aktivieren, so dass diese vermehrt Stickstoffoxid herstellen. Diese Produktion ist äußerst bedeutend für eine gute Blutzirkulation und führt somit zu einer Blutdrucksenkung bei Hypertonie.
Ginsenoside, die Hauptwirkstoffe des Ginsengs, spielen eine zentrale Rolle bei der Blutdruckregulierung:
- Ginsenosid Rb1 entspannt die Blutgefäße und kann den Blutdruck senken
- Ginsenosid Rg1 kann hingegen den Blutdruck erhöhen
- Adenosin, ein weiterer Inhaltsstoff, wirkt gefäßerweiternd
Diese gegensätzlichen Wirkungen ermöglichen es Ginseng, den Blutdruck je nach Bedarf zu senken oder zu erhöhen.
Endotheliale Funktion
Ginseng verbessert die Funktion des Gefäßendothels, der inneren Auskleidung der Blutgefäße. Dies geschieht durch:
- Erhöhte Produktion von Stickstoffmonoxid (NO)
- Verbesserung der Gefäßelastizität
- Reduzierung von Entzündungen in den Blutgefäßen
Langfristige Effekte
Die regelmäßige Einnahme von Ginseng kann zu folgenden positiven Auswirkungen führen:
- Stabilisierung des Blutdrucks
- Verbesserung der Herzfunktion
- Schutz vor Gefäßverkalkung
- Senkung des Risikos für Herzrhythmusstörungen
Zudem ist die Ginseng-Pflanze in der Lage Hormonen entgegen zu wirken, die Stress begünstigen. Auch diese Eigenschaft kommt dem zu hohen Blutdruck zu Gute, denn bekanntlich führt auch Stress zu einer Hypertonie. Somit aktiviert Ginseng auch vaskuläre Regenerations-, wie Wachstumsprozesse im menschlichen Körper.
Koreanischer Ginseng senkt den zu hohen Blutdruck
Bluthochdruck ist ein Teil eines sogenannten metabolischen Syndroms. Dieses besteht aus mehreren Faktoren, so dass es zu einer Hypertonie kommen kann. So besitzt der koreanische Ginseng gleich mehrere hilfreiche Inhaltsstoffe und zeigt somit seine Wirkungsweisen auf verschiedenen Ebenen.
Ginseng ist demnach in der Lage für einen verbesserten Körperfettabbau zu sorgen und optimiert zudem den Blutdruck, so dass das Blut bestmöglich zirkulieren kann. Hinzu kommt, dass Ginseng auch bei seelischen Problemen helfen kann. Die Wirksubstanzen, die dieser besonderen Pflanze zu finden sind, setzen sich genau an die Rezeptoren, die den Blutdruck beeinflussen können und begünstigen auf diese Weise die Gesundheit des Anwenders.
Woher stammt Ginseng?
Im Mittelgebirge Koreas findet Ginseng seine Heimat. Hier wächst er wild auf den Feldern, allerdings verträgt diese besondere Pflanze keine direkte Sonneneinstrahlung. Aus diesem Grund werden die Ginseng Felder stets völlig abgedeckt, damit dieses Gewächs ausreichend Schatten zur Verfügung hat. Wachstumsperioden von bis zu 180 Tagen sind bei der Ginseng-Pflanze nicht unüblich. Da das koreanische Mittelgebirge mit seinem feuchten Klima die idealen Bedingungen mitbringt, wächst dieser Ginseng recht schnell, allerdings hat auch diese Pflanze natürliche Feinde.
Es gilt auch Ginseng vor Schädlingen zu schützen. Nach der Ernte werden die Ginseng Wurzeln dann weiterverarbeitet, indem aus diesen eine Paste oder aber auch ein rötliches Pulver hergestellt wird. Im Anschluss kommt, dass koreanische Ginseng dann überall auf der Welt zum Einsatz und wird vorzugsweise gegen Bluthochdruck eingenommen.
Welche Inhaltsstoffe finden sich im Ginseng?
Die bedeutendsten Inhaltssubstanzen, welche im Ginseng vertreten sind, nennen sich Ginsengnoide. Diese ordnen sich bei den sogenannten Saponinen ein und gehören demnach zu den seifenartigen Stoffen. Genau diese Substanzen sind es auch, die einen zu hohen Blutdruck wieder auf natürlichem Wege senken können.
Insgesamt finden sich in dem koreanischen Ginseng über 30 verschiedene Ginsengnoide. Jeder dieser über 30 Stoffe kann sich positiv auf eine Hypertonie auswirken und demnach für eine Blutdrucksenkung sorgen. Es gibt außerdem drei verschiedene Ginsengnoide-Gruppen.
Diese sehen, wie folgt aus:
- Oleanolsäure-Gruppe
- Panaxdiol-Gruppe
- Panaxtriol-Gruppe
Während der rote, koreanische Ginseng zudem lediglich die Hälfte der Ginsengnoide beinhaltet, besitzt das weiße Ginseng-Pulver, welches sehr teuer ist, gleich alle diese Substanzen. Fast sämtliche Inhaltsstoffe dieser besonderen Pflanze sind außerdem in der Lage sich an die Rezeptoren im zentralen Nervensystem anzuschließen. Dies führt dazu, dass die Wirkung von Ginseng vor allem der Psyche zu Gute kommt, was wiederum ebenso den Blutdruck positiv beeinflusst.
Fehlende wissenschaftliche Nachweise & Quellenangaben
Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020, veröffentlicht im Journal of Ginseng Research, bestätigt, dass Ginseng eine positive Wirkung auf den Blutdruck haben kann. Die Forscher fanden heraus, dass insbesondere roter koreanischer Ginseng den systolischen und diastolischen Blutdruck senken kann. Eine weitere Studie aus 2012 zeigte, dass Patienten mit leichter Hypertonie nach einer achtwöchigen Einnahme von 3 Gramm fermentiertem Ginseng täglich eine signifikante Verbesserung ihrer Blutdruckwerte verzeichneten. Dennoch gibt es widersprüchliche Ergebnisse, da einige Untersuchungen keine signifikanten Effekte feststellen konnten. Dies zeigt, dass Ginseng möglicherweise nicht für jeden Bluthochdruck-Patienten gleichermaßen wirksam ist.
Empfohlene Dosierung & Darreichungsformen
Die optimale Dosierung von Ginseng für die Blutdrucksenkung variiert je nach Konzentration der Ginsenoside. In klinischen Studien wurden Dosen zwischen 1 und 3 Gramm pro Tag verwendet. Ginseng ist in verschiedenen Formen erhältlich:
- Pulver: Kann in Smoothies oder Tees gemischt werden.
- Kapseln/Tabletten: Eine praktische Möglichkeit für eine exakte Dosierung.
- Extrakte: Hochkonzentrierte Form, oft in Tropfenform.
- Tee: Milder, aber weniger konzentrierter Wirkstoffgehalt.
Für eine optimale Wirkung sollte Ginseng idealerweise morgens eingenommen werden, da er belebend wirken kann. Eine Absprache mit einem Arzt ist ratsam, besonders für Menschen, die blutdrucksenkende Medikamente einnehmen.
Nebenwirkungen & Wechselwirkungen mit Medikamenten
Obwohl Ginseng als sicher gilt, kann es Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Nervosität oder Verdauungsprobleme verursachen. Insbesondere bei einer Überdosierung kann es zu Herzrasen oder Kopfschmerzen kommen. Ginseng kann auch mit blutdrucksenkenden Medikamenten interagieren und deren Wirkung verstärken oder abschwächen. Eine gleichzeitige Einnahme mit blutverdünnenden Medikamenten wie Warfarin oder Aspirin sollte ebenfalls vermieden werden, da Ginseng die Blutgerinnung beeinflussen kann.
Fazit: Der koreanische Ginseng bringt verschiedene Wirkungsweisen mit und kann demnach nicht nur gegen einen zu hohen Blutdruck vorgehen, sondern ebenso seelische Beschwerden natürlich besiegen. So verbessert diese Pflanze ebenso den Abbau von Körperfett, beschert eine bessere Durchblutung und senkt auf diese Weise auch erhöhte Blutdruckwerte.
Quellen:
- Kim, J. H. (2018). „Cardiovascular Diseases and Panax ginseng: A Review on Molecular Mechanisms and Medical Applications“. Journal of Ginseng Research, 42(3), 264-277. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6026391/
- Mucalo, I., et al. (2013). „Effect of American Ginseng (Panax quinquefolius L.) on Arterial Stiffness in Subjects with Type-2 Diabetes and Concomitant Hypertension“. Journal of Ethnopharmacology, 150(1), 148-153. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23911842/
- Jovanovski, E., et al. (2014). „Effect of Korean Red Ginseng (Panax ginseng C.A. Mayer) and Its Isolated Ginsenosides and Polysaccharides on Arterial Stiffness in Healthy Individuals“. American Journal of Hypertension, 27(3), 368-373. https://academic.oup.com/ajh/article/27/3/368/2743297
- Rhee, M. Y., et al. (2011). „Effect of Korean Red Ginseng on Arterial Stiffness in Subjects with Hypertension“. Journal of Alternative and Complementary Medicine, 17(1), 45-49. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21221125/
- Lee, N. H., & Son, C. G. (2011). „Systematic Review of Randomized Controlled Trials Evaluating the Efficacy and Safety of Ginseng“. Journal of Acupuncture and Meridian Studies, 4(2), 85-97. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2005290111600138