Blutdruck: Unterer Wert zu hoch – Was tun?

Diatolischer Wert zu hoch , wie Sie den Wert senken können.

Ein erhöhter Blutdruck wird oft mit einem hohen oberen (systolischen) und unteren (diastolischen) Wert gleichgesetzt. Doch nicht immer steigen beide Werte gleichermaßen. Wenn nur der diastolische Wert erhöht ist, spricht man von einer isolierten diastolischen Hypertonie. Diese kann verschiedene Ursachen haben, von hormonellen Störungen bis hin zu Nierenerkrankungen. Besonders betroffen sind Menschen mittleren Alters, während die Erkrankung im hohen Alter seltener auftritt. Eine frühzeitige Diagnose ist essenziell, um Folgeerkrankungen wie Arteriosklerose oder Herzinfarkt zu vermeiden. Die Behandlung umfasst neben Medikamenten auch Lebensstiländerungen wie Sport, Ernährung und Stressmanagement. Doch warum steigt nur der diastolische Wert an? Dieser Artikel gibt einen Überblick über Ursachen, Symptome und Behandlungsstrategien.

Das Wichtigste in Kürze

  • Diastolischer Bluthochdruck: Wenn nur der untere Wert erhöht ist, kann dies auf gesundheitliche Probleme hinweisen.
  • Mögliche Ursachen: Hormonelle Störungen, Gefäßerkrankungen, Nierenerkrankungen oder chronischer Stress.
  • Symptome: Morgendliche Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen und Herzklopfen können erste Warnsignale sein.
  • Behandlung: Blutdrucksenkende Medikamente, Gewichtsabnahme, Bewegung und Stressvermeidung.
  • Wichtigkeit der Kontrolle: Regelmäßige Messungen sind entscheidend, um schwerwiegende Folgen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zu verhindern.

Unterer Wert erhöht – die Ursachen sind oft nicht auszumachen

Ist der diastolische Wert erhöht und der systolische bewegt sich im Normalbereich, ist in jedem Fall ein Arzt der richtige Ansprechpartner. Diese Erhöhung ist meist nur vorübergehend. Nur selten sind die Ursachen für diese Abnormalität auszumachen, doch manchmal ist eine Schilddrüsenunterfunktion verantwortlich. Dann zeigt sich der zielführende Weg in der Feststellung der Schilddrüsenwerte.

Blutdruck: Unterer Wert zu hoch – Was tun?
Blutdruck: Unterer Wert zu hoch – Was tun?

Bis zum 60. Lebensjahr eines Menschen steigen beide Blutdruckwerte kontinuierlich an. Weiter im Alter fortschreitend, nimmt der systolische Wert weiter zu, während der diastolische absinkt. Daraus ergibt sich in der Differenz ein größer werdender Pulsdruck. Daher ist eine isolierte diastolische Hypertonie in höherem Alter eher selten zu diagnostizieren. Vielfach betroffen sind Menschen im vierten oder fünften Lebensjahrzehnt. Dann entwickelt sich auch häufig eine primäre Hypertonie, deren Entstehung bis heute nicht eindeutig entschlüsselt werden konnte. Das Ziel einer möglichen Therapie liegt in jedem Fall darin, die Diastole zu senken.

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Die Arbeit des Herzens

Die Blutdruckwerte treffen eine eindeutige Aussage über den Druck, den das Blut beim Durchfluss auf die Blutgefäße ausübt. Während der systolische Wert den höchsten Druck angibt, dem die Gefäße beim Pumpen standhalten müssen, zeigt sich die Grundlage des diastolischen Wertes im niedrigsten Gefäßdruck.

Die Arbeit des Herzens basiert auf stoßartigen Pumpbewegungen, die das Blut in die Gefäße treiben (systolisch) und dem Zurückziehen (diastolischer Blutdruck), währenddessen sich die linke Herzkammer erneut mit Blut füllt. Während des Zurückziehens sinkt der Druck und ist Grundlage für den unteren Wert.

Der diastolische Blutdruck beschreibt den niedrigsten Wert, dem die Gefäße ausgesetzt sind

Jede Pumpbewegung beschreibt den höchsten Druck, doch beim Zurückziehen des Herzens nimmt er langsam ab. Der verbleibende stellt eine Basis dar, dem die Gefäße stets ausgesetzt sind. Die Normalwerte liegen bei 80 mmHG, hoch-normal sind aber auch noch 89 mmHg. Erst danach beginnt der diastolische Bluthochdruck.

Diastolischer Bluthochdruck

Diastolischer Blutdruck
Diastolischer Blutdruck

Liegen die Werte zeitweilig oder permanent über 89 mmHG, ist vom diastolischen Bluthochdruck die Rede. Die möglichen Folgen zeigen sich in der Schädigung des peripheren Gefäßsystems und der Nierenfunktion sowie Schlaganfall. Aus diesem Grund muss ein diastolischer Bluthochdruck stets behandelt werden.

Da sich der diastolische Blutdruck Auswirkungen auf das koronare Gefäßsystem hat, kann ein dauerhafter Hochdruck eine Arteriosklerose auslösen. Diese Arterienverhärtung behindert innerhalb der Koronararterien den Blutdurchfluss. Die möglichen Folgen liegen in Angina pectoris und Herzinfarkt.

Ist der untere Wert dauerhaft erhöht, ist von einer isolierten diastolischen Hypertonie auszugehen. Diese kann ein Hinweis auf die Ausbildung eines sich allgemein erhöhten Blutdruck sein, aber auch auf eine sekundäre Hypertonie, für die verschiedene Ursachen verantwortlich sein können:

  • chronische Schmerzsymptomatik
  • hormonbedingt (endokrin)
  • Gefäßerkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • psychiatrische Störungen
  • Tumoren
  • Schilddrüsenerkrankungen

In diesen Fällen nimmt die isolierte diastolische Hypertonie die Rolle eines Symptoms ein.

Blutdruck, unterer Wert zu hoch – Symptomatik

Eine zu hohe Diastole bleibt oft lange Zeit unbemerkt. Zeigen sich jedoch Symptome wie

  • Kopfschmerzen am frühen Morgen,
  • Schlafstörungen,
  • Schwindel,
  • Ohrensausen,
  • Nervosität,
  • Herzklopfen,
  • Atemnot (in Belastungssituationen)
  • sowie Nasenbluten,

ist davon auszugehen, dass dieser isolierte Bluthochdruck bereits seit Längerem besteht.

Der Behandlungsansatz bei isolierter diastolischer Hypertonie

Isolierte Systolische Hypertonie
Isolierte Systolische Hypertonie

Besteht der Verdacht auf eine permanente diastolische Hypertonie, führt der erste Weg in die Arztpraxis. Nach einer ersten Blutdruckmessung wird voraussichtlich eine 24-Stunden-Blutdruckmessung angestoßen, die Sicherheit verschafft. Erst dann kann die Behandlung in Gestalt von blutdrucksenkenden Medikamenten starten. Diese sind:

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Zusätzlich kann ein niedrig dosiertes Thiaziddiuretikum (harntreibendes Medikament zur Entlastung des Herzens und der Nieren). Doch Vorsicht: Möglicherweise dauert es bis zu sechs Wochen, bis dauerhaft wieder Normalwerte erreicht sind.

Warum ist der diastolische Blutdruck so wichtig?

Der diastolische Wert zeigt den Druck in den Arterien zwischen zwei Herzschlägen an – in der Entspannungsphase des Herzens. Ist dieser Wert dauerhaft erhöht, bedeutet das, dass die Gefäße ständig einem hohen Druck ausgesetzt sind. Dies kann zu dauerhaften Schäden an den Blutgefäßen führen, insbesondere in den feinen Kapillaren der Organe wie den Nieren oder dem Gehirn. Anders als bei einem hohen systolischen Wert, der oft mit Alter oder Verhärtungen der Arterien zusammenhängt, kann ein isoliert hoher diastolischer Wert auf eine Funktionsstörung des vegetativen Nervensystems oder eine hormonelle Dysbalance hinweisen.

Wie misst man den Blutdruck richtig?

Die korrekte Blutdruckmessung ist entscheidend für eine zuverlässige Diagnose. Viele Menschen machen dabei Fehler, die die Werte verfälschen. Hier einige Tipps:

  1. Messen Sie immer zur gleichen Tageszeit, vorzugsweise morgens und abends.
  2. Setzen Sie sich fünf Minuten in Ruhe hin, bevor Sie die Messung starten.
  3. Verwenden Sie eine Oberarmmanschette – Handgelenkmessgeräte sind oft ungenauer.
  4. Legen Sie den Arm entspannt auf eine Tischoberfläche auf Herzhöhe.
  5. Wiederholen Sie die Messung nach ein bis zwei Minuten und notieren Sie den Durchschnittswert.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Eine salzreiche Ernährung kann den diastolischen Blutdruck erhöhen, da Natrium Wasser im Körper bindet und dadurch das Blutvolumen steigert. Menschen mit einer Neigung zu hohem Blutdruck sollten ihren Salzkonsum reduzieren und stattdessen auf kaliumreiche Lebensmittel setzen, die den Blutdruck senken können. Dazu gehören:

  • Bananen
  • Spinat
  • Süßkartoffeln
  • Tomaten
  • Orangen
    Zudem haben Studien gezeigt, dass eine Ernährung nach der DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) den Blutdruck signifikant senken kann. Diese Ernährungsweise legt den Fokus auf frisches Gemüse, Vollkornprodukte, magere Eiweißquellen und gesunde Fette.

Die Mitarbeit des Patienten ist dringend erforderlich

Im Großen und Ganzen ist Bluthochdruck gut behandelbar. Das erfordert allerdings die verlässliche Mitarbeit des Patienten. Nur allzu gern werden Medikamentengaben ausgesetzt oder nur unregelmäßig eingenommen. Weitere Arbeit kommt auf den Patienten zu: die Gewichtsabnahme. Übergewicht ist vielfach mitverantwortlich für Bluthochdruck. Neben diesen beiden Möglichkeiten ist die körperliche Betätigung ein weiteres Werkzeug zur Senkung des Drucks. Zudem ist sie für die Gewichtsreduktion förderlich.

Gerade beim Sport sinkt der diastolische Blutdruckwert, weil die Gefäße sich in der aktiven Muskulatur erweitern. Somit senkt sich der periphere Widerstand. Das Ende der Maßnahmen ist für den Patienten jedoch noch nicht erreicht. Rauchen, Alkohol und Stress sind bereits normal geworden in unserer industriellen Welt. Alle drei sind aber natürliche Feinde des Blutdrucks und daher stark zu reduzieren oder ganz zu unterlassen.

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Deshalb darf Bluthochdruck nicht auf die leichte Schulter genommen werden

Unbehandelter Bluthochdruck – vor allem unerwartet – kann auf einer hypertensiven Krise basieren. Dieser muss dringend behandelt werden, da sich daraus im schlimmsten Fall ein hypertensiver Notfall entwickeln kann, der Organschädigungen zur Folge hat. Daher muss jedwede Erhöhung des Blutdrucks medizinisch untersucht werden, auch wenn lediglich der untere Wert stark erhöht ist.

Die Prognose bei einer zu hohen Diastole

Rechtzeitig entdeckt und behandelt, ergibt sich eine recht gute Prognose bei einem dauerhaft erhöhten diastolischen Wert. Zu Beginn sind vermehrte Kontrollen nötig, die aber auch zu Hause durchgeführt werden können. Bewegung, gesundes Essen und eine insgesamt ausgewogene Lebensweise verbessern die Prognose und senken das Risiko für Folgeerkrankungen erheblich.

Blutdruckwerte und Ihre Bedeutung

Jeder hat diese Begriffe schon einmal gehört oder gelesen, aber die wenigsten wissen, was sie bedeuten. Zum besseren Verständnis für dieses so wichtige Thema Blutdruckwerte ist es aber unumgänglich, die Bedeutungen zu kennen. Jüngere Menschen machen sich in der Regel keine Gedanken um ihren Blutdruck bzw. um ihre Gesundheit.

Älter werdende Menschen sollten ihn aber doch ab und zu messen lassen. Das kann der Arzt machen oder ein Mitarbeiter in der Apotheke (kostenfrei). Auch gibt es Messgeräte für zu Hause, die für Sicherheit sorgen können. Ein ungefährer Druck von 120/80 mmHg ist optimal und muss nicht weiter überprüft werden.

Fazit: Prävention und Kontrolle sind essenziell

Ein isoliert hoher diastolischer Blutdruck sollte nicht ignoriert werden. Durch regelmäßige Messungen, eine gesunde Lebensweise und ärztliche Kontrollen lassen sich ernsthafte Folgeerkrankungen vermeiden. Wer seinen Blutdruck stabil hält, kann das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und Nierenerkrankungen deutlich senken. Prävention ist der beste Schutz – deshalb lohnt es sich, den eigenen Lebensstil anzupassen und Risikofaktoren frühzeitig zu minimieren.

Quellen:

  1. Charité – Universitätsmedizin Berlin: „Den Blutdruck zu senken ist gesund! Oder?“ https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/den_blutdruck_zu_senken_ist_gesund_oder
  2. Deutsche Herzstiftung: „Blutdruck: unterer Wert zu hoch – und jetzt?“ https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/bluthochdruck/unterer-blutdruckwert-zu-hoch
  3. Ärzte Zeitung: „Mehr Beachtung für die Diastole!“ https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Mehr-Beachtung-fuer-die-Diastole-313755.html
  4. Flint, A. C. et al.: „Effect of Systolic and Diastolic Blood Pressure on Cardiovascular Outcomes.“ New England Journal of Medicine, 2019. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1803180
  5. Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL: „Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie“ https://www.hochdruckliga.de/betroffene/bluthochdruck-behandeln/leitlinien

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